Giovanna D’Arco „Das Opernglas“ – März 2011

(…) Natascha Ursuliak hat die Geschichte um die Retterin von Frankreich, Märtyrerin und spätere Heilige, (…) behutsam inszeniert und aktualisiert. Sie zeigt die junge Frau auf der Suche nach sich selbst, verzweifelt Individualität lebend, zerrieben zwischen Kirche und Staat. Die Regisseurin hat erfolgreich die dramaturgischen Schwächen des Librettos (…) auszugleichen versucht, indem sie Giacomo nicht als verblendeten Vater, sondern als väterlichen Freund Johannas zeichnete. So stand dieser gleichwertig dem wankelmütigen König gegenüber. Das letzt Bild der Aufführung zieht Ursuliak in die Gegenwart. Ein Denkmal der Jungfrau von Orleans wird auf die Bühne geschoben. (…) Die gerade Hingerichtete erhebt sich vom Totenbett und schaut erstaunt auf das, was unser Heute ist. (…) Das Publikum zollte minutenlangen frenetischen Beifall.

G. Helbig