Riemannoper

Neue Presse: 15.01.2008
„(…) Warum nicht vier Sänger unter Begleitung eines Pianisten ein Musiklexikon rauf und runter singen lassen und sehen, ob die Leute klatschen!? So unwahrscheinlich das klingt, die Sache funktioniert wunderbar. Um das ganze ein wenig komplizierter zu machen, hat sich Regisseurin Natascha Ursuliak für ihre Inszenierung in der Reithalle als Spiel im Spiel dazu noch ein barockes Schäferstück ausgedacht. (…) Die Handlung ihres Stücks ist bewusst verworren-abenteuerlich gestrickt: es wird gezickt, über Kreuz geflirtet, gezaubert mit STeckenpferden galoppiert, es wird betrunken gemacht, versucht den Nebenbuler zu ertränken, mit dem Degen herumgefuchtelt, und am Schluss gibt es natürlich ein Happy End ganz wie in spektakulären barocken Ausstattungsopern. (…) Noch dazu ist in dieser Inszenierung die frei erfundene Handlung im barocken Irrgarten so geschickt auf die jeweiligen lexikalischen Erklärungen abgestimmt, dass trotz oder auch wegen der Diskrepanz zwischen Text und Handlung die komischsten Szenen ergeben. (…) Das ist eine äußerst vergnügliche Abendunterhaltung, die nur einen einzigen winzigen Schönheitfehler hat: bereits nach eineinviertel Stunden ziehen sich die Akteure wieder um und alles ist vorbei!“